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Pädagogische Ziele

Im Grundgesetz ist verankert, dass jedes Kind ein Recht darauf hat, sich zu einer eigenverantwortlichen und selbständigen Persönlichkeit zu entwickeln. Indem das Kind verschiedene Fertigkeiten entfaltet, kann es zu dieser Persönlichkeit heranreifen. Es geht hier nicht nur um individuelle Fertigkeiten oder persönliche Stärken, sondern um allgemeine Kompetenzen, die ein Kind während seines Entwicklungsprozesses im Kindergarten erwerben sollte. Drei Kompetenzbereiche sind hierbei zu unterscheiden:

Die Ausbildung der Selbstkompetenz

Unter Selbstkompetenz ist das Verhältnis des Kindes zu sich selbst zu verstehen. Es beschreibt die Fähigkeit des Kindes die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle wahrzunehmen und sie adäquat im Kontakt zu seiner Umwelt auszudrücken. In den verschiedensten Alltagssituationen kann sich das Kind erproben und Vertrauen zu den eigenen Fähigkeiten gewinnen, sich Herausforderungen stellen und Lösungen finden. Dabei kann es Neues entstehen lassen, aber auch die Erfahrung machen, eigene Grenzen respektieren zu müssen. Das Kind lernt selbstbewusst und eigenverantwortlich zu handeln und selbständig Aufgaben zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Das Kind wächst so in die Verantwortung für das eigene Handeln.

Bei der Entwicklung der Selbstkompetenz geht es weiter darum, Grundgefühle wie Freude, ärger, Trauer und Angst zu spüren und angemessen mit ihnen umzugehen. Die Kinder sollten ein stabiles Selbstbild und gutes Körpergefühl entwickeln und Kreativität sowie Phantasie ausbilden. Die Ausbildung einer dem Alter angemessenen Sprache stellt die Basis für eine gelingende Kommunikation dar.

Die Ausbildung der Sozialkompetenz

Die Sozialkompetenz umschreibt die Bereitschaft und Fähigkeit die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Interessen mit denen anderer abzustimmen und in Einklang zu bringen. Es geht darum, sich konstruktiv in die Gruppe einzubringen und den eigenen Platz zu finden. Die Beziehungsfähigkeit steht im Vordergrund, d.h. gelingende Kontakte herzustellen und Freundschaften aufzubauen. Konflikte sollen gewaltfrei und verbal ausgetragen werden. Es ist dabei wichtig, sich gegenseitig zuzuhören und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Die Kinder sollen den eigenen Standpunkt vertreten können, die Meinung der anderen akzeptieren lernen und sich möglichst demokratisch einigen. Die Kinder lernen Geduld und Rücksichtnahme, aber auch sich abzugrenzen und „Nein« zu sagen.

Der Sinn und Gebrauch von Regeln und Grenzen soll als gemeinschaftsfördernd und mitunter lebenswichtige Bedingung verstanden und eingehalten werden. Allen kommt die Aufgabe zu, sich gegenseitig an die Einhaltung zu erinnern und an getroffene Absprachen zu halten.

Dem Bewusstsein für das Gruppengefühl kommt eine große Bedeutung zu. Es geht nicht darum, unter allen Umständen der Größte, Schnellste, Beste zu sein, sondern aufeinander acht zu geben, sich zu helfen, zu trösten. Andere oder neue Kinder sollen integriert und zum Mitspiel eingeladen werden. Für ein selbstbestimmtes Leben brauchen wir die Unterstützung anderer.

Die Ausbildung der Sachkompetenz

Die Sachkompetenz meint die Erfahrungen des Kindes zu seiner Umwelt. Es erprobt sich im Umgang mit Material und Arbeitsgeräten, wie Schaufeln, Feilen oder Raspeln. Es erlernt die sichere Handhabung von Sägen, Stöcken, Schnitzmessern und Scheren.

Jedes Kind hat Sorge zu tragen für den eigenen Rucksack oder den sachgemäßen Einsatz und die Aufbewahrung aller benutzten Geräte. Die Kinder lernen, dass sie als Gruppe eine gemeinsame Verantwortung für den Erhalt ihrer Geräte haben und auch mal Dinge mit aufgeräumt werden, die sie selbst nicht benutzt haben.

Die Kinder bekommen durch die Natur auf natürliche Weise viele chemische und physikalische Gesetzmäßigkeiten vermittelt (Tautropfen, aufsteigender Nebel, Sturmschäden, Schädlingsbefall) und eignen sich ihr Wissen durch eigene Erfahrung und neugieriges Experimentieren an z.B. im Umgang mit dem Element Wasser, beim Schütten, Gießen, Eis zerschlagen oder Schnee zum Schmelzen bringen. Sie erfassen logische Prinzipien beim Bau eines Tipis, eines Waldsofas oder bei anderen Konstruktionen mit Hölzern Steinen oder Sand. Auch künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten gibt es vielerlei, wie ein Mandala legen oder ein Waldfenster bauen.

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